Bilder zeigen eben nicht alles… 

Bilder zeigen eben nicht alles… 

Vielleicht hat es der ein oder andere schon mitbekommen…

Ich bin wieder zurück in Deutschland.
11 Monate zu früh, eigentlich.

Aber von vorne.
Mich hat eine Schulfreundin darauf angeschrieben, dass sie es toll findet, dass ich das mit Califonien durchgezogen habe, sie mir noch viel Spaß wünscht und mit Fernweh meine Instagram Bilder verfolgen wird. Nur kam diese Nachricht zu einer nicht so passenden Zeit, denn in dem Moment sah es einfach garnicht nach Spaß aus. Ich habe mich gerade am Anfang meiner 2. Woche vom „Rematch“ befunden. Für Leute die sich nicht mit der Thematik Au Pair auseinander setzen, bedeutet das, dass ich auf der Suche nach einer neunen Gastfamilie war.
Die Nachricht kam also in einem sehr ungünstigen Moment. Die Sache worauf ich hinaus will ist, das Bilder auf Social Media Seiten, eben nicht die wahre Situation des Menschen zeigen. Keiner würde Bilder mit „Ich bin hier so unglücklich“, „Die Arbeit steigt mir oft über den Kopf“ oder „Ich fühle mich einsam“, posten. Somit zeigt man eben nur die paar schönen Momente, die man hatte. Diese Momente die ich auf Instagram festgehalten habe, waren auch wunderschön nur leider, war das immer nur ein Tag in der Woche. Die restlichen 6 Tage war ich oft unzufrieden, traurig, einsam und vor allem unglücklich.

„Au Pair sein, auf Kinder aufpassen, wie schwer soll das schon sein“ – die Antwort fällt für jeden etwas anders aus, für manche der absolute Traumjob, für manche OK und für 1 Jahr im Ausland ertragbar und für andere einfach ein Job den man eben nicht ein Jahr aushält. Leider traf auf mich die dritte Variante zu. Es kam halt alles zusammen, mir machte der Job keinen Spaß, meine Gastfamilie war leider auch nicht auf meiner Wellenlänge, kaum Au Pairs in der Nähe und das daraus entstehende Heimweh, ließen mich über das nach Hause fliegen nachdenken.
Ja, ich hätte auch in eine neue Familie gehen können, ich hatte ein, zwei gute in meiner „Rematch“ Zeit gefunden, aber mein Bauchgefühl und mein Herz wollten beide Nachhause. Das Au Pair Programm war schlicht und einfach nicht das richtige für mich. Natürlich hatte ich oft Angst es zu bereuen, nach Hause zu gehen, zu oft habe ich mir darüber Gedanken gemacht, aber warum sollte ich was bereuen was sich in dem Moment so Richtig angefühlt hat? Und genau das war der Punkt wo ich sagte, es ist OKAY einen Schritt zurück zugehen, was anderes auszuprobieren und einen anderen Weg zu finden glücklich zu sein. Den in diesen Moment, war ich es auf jeden Fall nicht.

Dennoch muss ich sagen, dass ich es nicht  bereue, es versucht zuhaben, alleine 9300km weit weg zufliegen. Ich bin tatsächlich sehr stolz auf mich, dass ich es probiert habe, obwohl der Abschied so schwer viel.! Ab und zu muss man eben auch auf sich stolz sein, selbst wenn man mal nicht sein Ziel erreicht, was man sich vorgenommen hat. Manchmal entpuppen sich die einstigen Träume, als garnicht so toll und dann ist es nicht schlimm sich davon abzuwenden um auf anderen Weg glücklich zu werden.
Es war eine Erfahrung wert. Es hat mich reicher gemacht und ich bin stolz auf mich, dass ich es versucht habe und den Mut hatte zu sagen: „Es ist nicht das richtige für mich!“ Ich konnte meine Angst vor dem „verlieren“ besiegen. Ich habe es geschafft. Vielleicht nicht das Au Pair Jahr, aber ich habe es geschafft mutig zu sein und den Weg gefunden, mich wieder glücklich zumachen.

Das soll jetzt nicht heißen, dass ich nie wieder reisen will, ganz im Gegenteil meine Lust wurde noch mehr geweckt. Aber ich möchte nicht alleine reisen und ich möchte nicht als Au Pair reisen.! Zwei Dinge die ich hier gelernt habe.

Aber kommen wir zum Punkt, ich bin ein Mensch der sich gerne mit anderen Menschen vergleicht und gerne Sachen möchte und sehen möchte die ich selbst nicht habe. Diese Nachricht, von der ich am Anfang geredet habe, hat mir gezeigt, dass es sich nicht lohnt sich mit anderen Menschen zu vergleichen. Du weist nicht wie sich der Mensch in der Zeit fühlt, du siehst nur die schönen Bilder und nicht das Umfeld und die Situation, in den sich der jenige befindet. Man sollte sein Leben einfach nicht mit anderen vergleichen und sein eigenes so lieben wie es ist. Es macht einen nur unglücklich wenn man ständig darüber nachdenkt was andere haben und man selbst nicht.

Processed with VSCO with a6 presetimg_0806img_1074img_2353img_0891Das sind wohl meine größten learnings aus den 2 1/2 Monaten, die ich glücklich und mit Vorfreude meine Familie zu überraschen, abgebrochen habe. Um hier das zu tun was mich glücklich macht, mit Menschen die mich glücklich machen.

Es gibt einiges mehr was ich gelernt habe aber dazu ein anders mal.

Trotzdem möchte ich meine Erfahrungen der letzten 2 1/2 Monate gerne noch teilen und deswegen werden in den nächsten Monaten noch einige Blogbeiträge kommen.

Also seit gespannt!

 

4 Kommentare

  1. 14. November 2016 / 10:14

    Ich weiß gar nicht, ob zu schreiben „Schade, dass es nicht dein Ding war!“ jetzt das Richtige ist. Denn aus deiner Sicht, hast du das ja gut beendet und dir geht es besser mit der Entscheidung zurück geflogen zu sein. Deshalb freue ich mich mit dir, dass du mutig warst!
    Auf die folgenden Posts in denen du noch etwas berichtest von deinen 2 1/2 Monaten freu ich mich schon!

    Liebe Grüße
    Judith

    • luisawagnr
      14. November 2016 / 21:06

      Ich finde schon, dass „Schade“ passt, da ich mich über ein Jahr darauf vorbereitet habe und mich so gefreut habe und wenn dann, dein Traum einfach nicht so ist wie du gehofft hast, ist es schon „Schade“! Aber danke für dein Kommentar ☺️

      • 15. November 2016 / 11:05

        Na gut, dann schreib ich : Schade. 😉 Ich wollte dich nicht verletzten, aber wenn du es genauso siehst, ist das ja nix schlimmes! 😉 Ich finde es vor allem schade, weil aus meiner Sicht mein Aupair Jahr mir soo viel gebracht hat und es die beste Entscheidung meines LEbens war, dies zu machen, deshalb finde ich es schade, wenn andere nicht genau die gleiche gute Erfahrung machen… Aber trotzdem hast du ja in den 2 1/2 Monaten positive Erfahrungen machen können und durch deinen Entschluss das Jahr abzubrechen auch einen großen Schritt gemacht. Deshalb hast du bestimmt auch viele gute Erfahrungen gesammelt, die dich in deiner Persönlichkeit gestärkt und für dein zukünftiges Leben bereichert haben!
        Liebe Grüße!

        • luisawagnr
          15. November 2016 / 11:09

          Keine Angst verletzt hast du mich nicht 🙂 Ja ich hätte das Au Pair Jahr auch gerne so erlebt wie du, aber leider war es nicht so! Aber richtig es hat mich trotzdem geprägt und ich bin froh das ich es versucht habe und trotzdem so viele Erfahrungen machen konnte. LG

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